Kategorie: Allgemein

Geschafft!? – Anspruch und Umsetzung des Gesetzes zur Psychosozialen Prozessbegleitung im Strafverfahren

Unter diesem Motto fand vom 14. bis 15. September 2017 das 11. bundesweite Vernetzungstreffen für zertifizierte Psychosoziale Prozessbegleiter*innen an der Hochschule Düsseldorf statt.

 

Die Veranstaltung wurde mit tatkräftiger Unterstützung der Hochschule Düsseldorf und von RechtWürdeHelfen e.V. durchgeführt. Prof.Dr. Gaby Temme (Juristin, Dipl. Kriminologin, Systemische Supervisorin), die an der Düsseldorfer Hochschule das Zertifikatsstudium „Psychosoziale Prozessbegleitung“ zusammen mit einem Kollegen geleitet hat, führte kompetent durch den ersten Tag, der offen für zertifizierte Psychosoziale Prozessbegleiter*innen war. Referent*innen am 14.09.2017 waren Tim Wroblewski (Richter am Dortmunder Landgericht, ehemaliger Referent im BMJV), Peter Holzwarth (OStA Stuttgart) zusammen mit Claudia Robbe (Vorstand BPP e.V.) und Astrid Raimann (Nebenklageanwältin in Düsseldorf), zusätzlich wurden Workshops durchgeführt, moderiert durch den BPP-Vorstand und ein (ehemaliges Vorstands-)Mitglied. Einen wunderbaren Abschluss dieses intensiven Tages bildete die theaterpädagogische werkstatt Osnabrück mit einer Präsentationsaufführung des Präventionsprogramms über das Recht auf Grenzen: “Ja! und Nein! und Lass das sein!”, für die Zielgruppe erwachsene Behinderte.

 

Eindrücke1:

Eindrücke2:

Eindrücke3:

von links nach rechts: Temme, Stahlke (2. Vors. BPP e.V.), Holzwarth, Wroblewski,

Robbe, Behrmann (1. Vors. BPP e.V.)

 

von links nach rechts: Temme, Stahlke, Raimann, Behrmann

theaterpädagogische werkstatt Osnabrück1:

theaterpädagogische werkstatt Osnabrück2:

Am zweiten Tag mussten wir bedauerlicherweise auf Dr. Stefanie Hubig (Ministerin für Bildung Rheinland-Pfalz, ehemalige Staatssekretärin und Amtschefin im BMJV) verzichten. Susanne Wetzel (Präsidentin am Landgericht Hanau) sprang nebst Ihrem eigenen Vortrag für sie ein und es entstand ein erfrischender Austausch zur Situation der Psychosozialen Prozessbegleitung zwischen Friesa Fastie (ehemals Instituts- und Weiterbildungsleitung RWH e.V.) und Susanne Wetzel.

 

Fastie (li.) und Wetzel

Der zweite Tag war nur für BPP-Mitglieder bestimmt, begonnen wurde mit einem zweistündigem Mitglieder-Forum. Themen waren u. a. Vernetzung, Ländergruppen, qualitative Weiterentwicklung von Inhalten und Überlegungen zum 12. Vernetzungstreffen. Ebenfalls gab es eine rege Diskussion über die personellen und finanziellen Möglichkeiten des BPP, da der Antrag auf Einrichtung einer Geschäftsstelle leider abgelehnt wurde und mit Wirkung des Gesetzes über die Psychosoziale Prozessbegleitung (PsychPbG) wesentlich mehr Anfragen und Aufgaben an den BPP herangetragen werden, die aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit nur begrenzt wahrnehmbar sind.

 

Es gab durchweg positive Resonanz zum Vernetzungstreffen! Mit knapp 100 angemeldeten Teilnehmer*innen, die an acht verschiedenen Instituten zu Psychosozialen Prozessbegleiterinnen und -begleitern weitergebildet worden waren, war dieses erste Vernetzungstreffen seit Inkrafttreten des PsychPbG ein großer Erfolg, um auch weiterhin an der Umsetzung des Gesetzesanspruchs mitzuwirken.

Ausführungsgesetze der Länder zur psychosozialen Prozessbegleitung im Strafverfahren

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellt eine Übersicht zu den Regelungen des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren zur Verfügung. Sie stellen die Ausführungsgesetze einzelner Länder vor. Die Verordnungen zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafrecht der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen werden aufgelistet, ebenso wie das Ausführungsgesetz Niedersachsens. Die Landesregierung Niedersachsen hat eine extra Informationsseite zum Thema Opferschutz angelegt und bietet Informationen und Materialien für direkt Betroffene, Angehörige, Bekannte und Nachbarn sowie Fachkräfte an.